Das Leben ist kein Ponyhof. Wie oft hat man diesen Satz schon gehört. Niemand will verletzt werden und doch ist das leider ein Teil des Lebens. Die gute Nachricht: Man muss kein Opfer sein/bleiben. Du hast die freie Wahl, wie Du mit diesem Schmerz umgehst. Schmerzhafte Gefühle brauchen ihre Zeit, bis sie geheilt sind. Aber du musst den Schmerz nicht auf Dauer in dir speichern, sondern hast die freie Wahl in loszulassen.

Plötzlich da: schmerzhafte Gefühle

Du wurdest vielleicht von deinem Date zurückgewiesen. Diesmal warst Du dir sicher, alles hat so rosig ausgesehen und dann wollte er nicht mehr. Oder dein Partner hat dich enttäuscht. Du bist verletzt und dein Vertrauen ist gebrochen worden. Vielleicht ärgerst Du dich auch über dich selbst: Weil Du nicht so bist, wie Du gerne sein würdest. Du kennst deine Schwächen ganz genau und bist davon überzeugt: „Wenn ich diesen Fehler nicht hätte, wäre mein Liebesleben nicht so aussichtslos.“

Der Schmerz sitzt genau an dem wunden Punkt, wo es ein Mangel an Liebe, Anerkennung und Akzeptanz gibt.

Um diesem Schmerz nicht ausgeliefert zu sein, ist die Seele ein Profi in Verdrängung, Verleugnung und der Ablenkung geworden. Leider ist der Schmerz trotzdem da, tritt immer wieder mal kurz hervor um zu zeigen, dass es ihn noch gibt, vor allem, wenn von außen wieder jemand genau diesen Wunden Punkt trifft. Autsch!

Da die Wunde nicht von allein komplett heilen kann, eitert sie unter der Oberfläche. Und sogar noch mehr, je nach Intensität der Verdrängung. Man hat gelernt sich abzulenken, durch Fernsehen, Essen, Alkohol, indem man das Thema wechselt oder sich in die nächste Beziehung stürzt.

Da man den Schmerz nicht wahrnehmen will, reagiert man diesmal selbst mit Ablehnung, Entwertung, Enttäuschung und Ignoranz – in gleicher Weise wie die Wunde entstanden ist. Ein Argument dafür, dass der Spruch „Die Zeit heilt alle Wunden“ ein Blödsinn ist. Wenn es so leicht wäre, dann würden uns die Kindheitserfahrungen mit den Bezugspersonen nicht auch in dem späteren Liebesleben so negativ beeinflussen. Vielleicht sind dir manche psychologischen Dinge neu und kompliziert, Du kannst mit Selbstliebe und allem was dazugehört noch nicht viel anfangen, da der Schmerz noch so groß ist. Dann bist Du hier genau richtig.

Was hilft in diesem Fall?

Stell dir vor, deine Gefühle sind wie ein kleines, hilfloses Baby. Es gibt Momente, da ist es ganz friedlich, zufrieden, fröhlich, ausgeglichen.

Dann gibt es auch Zeiten, da fehlt ihm etwas und es geht ihm ganz schlecht: es schreit, quengelt, die Tränen kullern, es ist kaum noch zu beruhigen…

Wir haben verschiedene Möglichkeiten in unserem Repertoire, wie wir darauf reagieren können: aus dem Raum gehen und es schreien lassen, zurück brüllen: „Sei still!“ und es wird noch lauter. Wir können verzweifelt zusehen und nicht wissen, was zu tun ist. Das Baby wird noch mehr auf sich aufmerksam machen wollen. Oder wir wissen, dass uns das Schreien nicht umbringen wird und vertrauen auf unsere Fähigkeiten: wir trösten es liebevoll, halten es im Arm und aus dem Schreien wird langsam ein Schluchzen, bis es friedlich wird.

Ebenso finden wir heraus, was die Ursache ist: eine volle Windel, Hunger, Einsamkeit, Langeweile, Müdigkeit, kalte Füßchen. Wir geben dem Baby was es braucht.

Fällt es dir leichter mit dieser Metapher mit deinen Gefühlen umzugehen?

Kümmere dich um dein Gefühlsbaby

Du hast alles in dir, was Du dafür brauchst. Du musst keine perfekte Mutter sein, sondern brauchst einfach nur da sein. So ist es auch in deinem Leben.

Probiere es aus und lerne mit deinen Gefühlen umzugehen: mit Liebe, Mitgefühl und Verständnis. Wenn andere dich verletzen, dann kümmere dich um dich selbst! Du wirst sehen, wie es dir dann besser geht. Das Problem ist vielleicht noch nicht gelöst, aber Du hast die Möglichkeit aus dem Kreislauf des Schmerzes auszusteigen.

Der beste Schritt zur Besserung!

Finde heraus, was dir in diesem Moment gut tun würde: die Wut heraus lassen, den Tränen freien Lauf lassen, den Druck aus dem Ventil lassen. Oder Du sprichst dir Verständnis zu: „Es ist o.k., dass Du dich jetzt so fühlst. Es hat dich verletzt, dass XY passiert ist. Du bist trotzdem ein liebenswerter Mensch.“

Probier’ es aus und schaue ob es dir guttut. Mehr zum Thema Liebeskummer findest Du hier.

 

 

 

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