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„Ich habe vor zwei Wochen über eine Online-Dating-Plattform einen Mann kennengelernt. Am Anfang lief noch alles total super, er hat sich jeden Tag bei mir gemeldet und wollte sich sogar mit mir treffen. Nun zieht er sich aber immer mehr zurück, hat für dieses Treffen nie Zeit und sagt mir immer wieder, dass er glaubt ein schwieriger Partner zu sein und mit Frauen bisher nur Pech hatte.

Was soll ich jetzt nur tun? Ich habe ihm schon mehrmals gesagt, dass wir uns erstmal treffen und richtig kennenlernen können. Nur weil er bisher immer nur Pech hatte, heißt das ja nicht, dass es so weiter gehen muss oder es an ihm gelegen hat. Vielleicht würde es mit uns gut funktionieren.

Darauf ist er aber auch nicht eingegangen. Woran liegt das? Kann es sein, dass er Bindungsangst hat?“

Besonders in letzter Zeit habe ich regelmäßig Kommentare wie diesen bekommen. Es lief immer auf die eine Frage „Hat er Bindungsangst?“ hinaus. Um das herauszufinden,  schauen wir uns die Bindungsangst erstmal genauer an.

Was bedeutet Verlustangst eigentlich?

Wenn du mich schon etwas länger kennst, wirst du wahrscheinlich wissen, dass ich dieses Wort „Bindungsangst“ nicht besonders mag. Der Mensch hat nämlich prinzipiell keine Angst vor einer Bindung oder Verbindung, weil die Liebe und die Nähe zu einem Menschen zu den menschlichen Grundbedürfnissen zählt.

Das, was das Wort Bindungsangst tatsächlich meint, ist die Angst vor den Konsequenzen einer Bindung. Konsequenzen wie zum Beispiel die Verlust der Freiheit und des Freiraums, die Angst davor wieder vom Partner verlassen zu werden oder die Angst vor einer Veränderung.

Trotzdem nenne ich es Bindungsangst, weil es repräsentativ ist für das, worum es eigentlich geht und jeder weiß, was damit gemeint ist.

Seit wann gibt es die Bindungsangst?

Ich habe schon oft so etwas gehört wie „Früher war alles viel einfacher, bei meinen Eltern oder Großeltern. Da hat noch jeder seinen Partner gefunden ohne, dass jemand Bindungsangst hatte.“

Ich behaupte, dass es nicht unbedingt einfacher war, sondern schlicht anders. Es stimmt, dass man ab einem gewissen Alter oder ab der Schwangerschaft verheiratet war. Die Ehe gehörte selbstverständlich zum Leben dazu wie ein Schulabschluss oder eine Ausbildung. Kaum ist man in den Bund der Ehe eingetreten, wollte man Kinder. Die Frau, die schwanger wurde und stillen konnte, hatte die Aufgabe sich um das wohlige Heim und die Kinder zu kümmern. Der Mann musste arbeiten, um seine Familie versorgen zu können.

Vermutlich ist dir dieses klassische Rollenbild schon bekannt.

Wäre jede Partnerschaft wunderschön und respektvoll und liebevoll verlaufen, so wäre es möglicherweise noch heute so. An sich ist es doch schön mit Mitte 20 zu heiraten, eine glückliche Ehe zu führen und eine Familie zu gründen.

Was ist aber in einigen Beziehungen passiert? Die Männer haben versucht die Frauen zu unterdrücken, indem sie ohne Zustimmung des Mannes nicht alles machen durften, was sie wollten. Sie wurden teilweise an das Haus gefesselt und selbst dort schlecht behandelt.

Auf der anderen Seite gab es die sogenannte sexuelle Revolution, die von beiden Geschlechtern ausging. Man wollte damals die Mauern der Normalität unterbrechen und seine Freiheit ausleben. Dazu zählte eben auch die Freiheit der Sexualität. Ein normales Leben nach gewöhnlicher Struktur und vorhersehbarem Ablauf ist für einige Menschen ein Graus geworden. Hier findest du 5 Gründe, warum ein Mann sich von dir trennt.

Ebenso haben sich die Frauen von ihrer vom Mann abhängigen Rolle befreit. Das heißt sie hatten auf einmal die Möglichkeiten, die vorher nur den Männern zustanden. Sie durften wählen, studieren, sich aussuchen in welchem Beruf sie arbeiten. Offiziell wurden beide Geschlechter gleichgestellt.

Ab diesem Zeitpunkt, also ab den 80-er Jahren, gibt es auch die Bindungsangst.

Hat er Bindungsangst oder nutzt er dich aus? Erfahre es in meinem Video!

Was sind aktive und passive Bindungsangst?

Es gibt genau zwei Arten von Bindungsangst: Die aktive und die passive.

Aktive Bindungsangst ist, wenn du die Person bist, die sich dauernd vom Partner entfernt. Du bist diejenige, die immer Schluss macht.

Aktive Bindungsangst erkennst du daran, dass du für den Mann am Anfang noch die Schönste, Tollste und Beste warst. Er hat dir die Welt zu Füßen gelegt und versucht dich zu überzeugen. In dem Moment, in dem du dich überzeugen lassen hast, ist er plötzlich auf Abstand gegangen.

Seine große Begeisterung dir gegenüber wurde weniger, als du dich ihm geöffnet hast und Nähe und Emotionen zugelassen hast.

Passive Bindungsangst hast du, wenn du solche Männer mit aktiver Bindungsangst immer wieder anziehst. Ein Mann, der sich erst Hals über Kopf in dich verliebt und dich dann fallen lässt, ist kein Zufall mehr bei dir, sondern ein Muster. Und dann, wenn du regelmäßig diese Männer kennenlernst, hast du eine passive Bindungsangst.

Aber Achtung: Bei passiver Bindungsangst hast du meistens zu Beginn gar kein Interesse an ihm! Du denkst dir „Eigentlich will ich diesen Mann überhaupt nicht und er passt auch gar nicht zu mir.“ Er gibt sich trotzdem weiterhin Mühe dich zu beeindrucken. Irgendwann schafft er es auch und du verliebst dich von jetzt auf gleich in ihn und wünscht dir eine Beziehung.

Warum hast du dann aber Bindungsangst, wenn du dir doch eine Beziehung mit ihm wünscht? Für den Fall, dass du in genau dieser Situation bist und schon mehrfach Männer mit aktiver Bindungsangst angezogen hast, wirst du dir wahrscheinlich diese Frage stellen. Dein Wunsch nach einer festen Bindung mit ihm ist nämlich ziemlich stark.

Die Antwort darauf ist, dass du dir unbewusst immer diese Sorte Männer aussuchst, die unfähig sind dir deinen Wunsch nach einer festen Beziehung zu erfüllen. Deshalb nennt man es auch passive Bindungsangst.

Hättest du diese Angst nicht, würdest du Männer treffen, die gut zu dir passen und vor allem zu dir halten, wenn es mal Probleme gibt. Männer, die dich wirklich gern haben und fähig sind eine Beziehung zu führen. So führst du eine dauerhaft glückliche Beziehung! Klicke hier.

Warum du dich zurückziehen musst

Zurück zum Kommentar am Anfang: Da du jetzt mehr über die Bindungsangst weißt, den Unterschied zwischen aktiver und passiver Bindungsangst kennst, kann ich dir mehr zu dem Kommentar sagen. Dabei handelt es sich nämlich um den klassischen Fall, dass der Mann aktive und die Frau passive Bindungsangst hat.

Dass er aktive Bindungsangst hat erkennst du daran, dass er sagt er hat immer Pech mit Frauen. Die Wahrheit ist jedoch, dass die Frauen immer Pech mit ihm hatten, weil er nie an seiner Bindungsangst gearbeitet hat. Auch die Betonung darauf, dass er zu schwierig für dich ist, deutet darauf hin. Eigentlich meint er mit dieser Aussage nichts anderes als „Beende das mit mir!“. Er sucht Gründe dafür, dass du ihn verlässt, damit nicht er derjenige ist, der Schuld an der Trennung hat und er auch in Zukunft wieder behaupten kann mit Frauen immer nur Pech zu haben.

Was kannst du in so einer Situation tun? Wenn du willst, dass er sich um dich bemüht, musst du dich zurückziehen. Männer mit aktiver Bindungsangst springen total darauf an, wenn du nicht mehr verfügbar bist. Dabei kannst du ruhig offen und direkt sagen „Das ist mir alles zu kompliziert, ich suche mir lieber einen anderen Mann.“ Nicht einmal das schreckt diese Männer ab, ganz im Gegenteil: Der Jagdtrieb ist erwacht und sie wollen dich nur noch mehr erobern.

Das Problem dabei ist, sobald er dich zurückerobert hat und du dich wieder auf ihn einlässt, wird er in sein altes Muster der Bindungsangst zurückfallen. Er ist einfach nicht dazu in der Lage dir der Partner zu sein, den du dir wünscht.

Um letztlich zu deinem Wunsch der festen Bindung zu gelangen, musst du dir einen Partner suchen, der dir das auch geben kann. Dieser Mann mit aktiver Bindungsangst kann das nicht! Mit dem Satz „Bisher hatte ich immer nur Pech mit Frauen.“ zeigt dir klar und deutlich, dass er zu einer Beziehung nicht in der Lage ist.

Um aus deiner passiven Bindungsangst herauszukommen, frage dich, was für eine Beziehung du wirklich willst und halte auch genau danach Ausschau! Setze dir Grenzen und sage NEIN zu Männern, die dich schlecht behandeln!

Lernst du einen Mann kennen, der dich nicht respektiert, dich nicht wertschätzt und sich nicht um dich sorgt, dann ist er nicht der Richtige für dich. Du hast es verdient wie eine Königin behandelt zu werden!

Bindungsangst = Beziehungsunfähig?

Wenn jemand Bindungsangst hat, ist er dann automatisch unfähig überhaupt eine Beziehung zu führen? Nein, nicht unbedingt!

Voraussetzung dafür ist, dass er selber diese Angst erkennt und versucht sie zu durchbrechen. Zu einer Liebe gehören immer zwei Menschen. Bist du die einzige Person in der Partnerschaft, die die Beziehung retten will, dann wird das nicht funktionieren! Es gibt durchaus auch Männer die so offen sind, dass sie erkennen an Bindungsangst zu leiden und daran arbeiten wollen.

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