Das innere Kind heilen: Die 5 Verletzungen und ihre Auswirkungen auf deine Beziehungen

 

Kennst du das auch? Du erlebst immer und immer wieder die gleichen negativen Beziehungsmuster? Dein Partner ist IMMER emotional distanziert? Oder kontrollsüchtig? Oder ein Perfektionist, der dich ständig kritisiert – egal was du tust? Hier erfährst du, warum du dir immer wieder den gleichen Typ Mann suchst (die Antwort liegt in deiner Kindheit!), und wie du das innere Kind heilen kannst.

 

Unsere Kindheit hat viel mehr Einfluss auf unser erwachsenes Leben, als wir denken oder wahrhaben wollen. In unserer Kindheit wird unser Unterbewusstsein nämlich mit Glaubenssätzen und Verhaltensmustern gefüttert, die wir für den Rest unseres Lebens speichern und sozusagen als Autopilot in all unseren Lebensbereichen verwenden, ohne es zu wissen. So lebt das innere Kind auch im Erwachsenenalter in uns weiter.

Die gute Nachricht ist: Wir können das Ruder selbst in die Hand nehmen. Wir können unsere Kindheit und die dadurch entstandenen Verhaltensmuster rational analysieren und ändern, wenn sie uns schaden. So können wir das innere Kind heilen und somit neue positive Verhaltensmuster entwickeln. 

Der allererste Schritt auf dem Weg zur Heilung des inneren Kindes ist die Selbstreflexion. Was genau ist in deiner Kindheit passiert? Was hat dich geprägt? Was ist der Auslöser für deine negativen Verhaltensmuster? Im Coaching wird das “Trigger” genannt. Wenn du den Trigger gefunden hast, kannst du mit der eigentlichen Arbeit anfangen und das innere Kind heilen.

Das innere Kind heilen: Die 5 verschiedenen Verletzungen in der Kindheit

Heute schauen wir uns zunächst einmal fünf verschiedene Verletzungen in der Kindheit an. Ich erkläre dir auch, welche Auswirkungen die jeweilige Verletzung auf dein jetziges Leben und insbesondere deine Beziehungen hat. So kannst du daraus lernen und in Zukunft bessere Beziehungen führen.

1. Vernachlässigung

Warst du in deiner Kindheit oft allein? Oder hast du dich zumindest oft alleine gefühlt? Das passiert für gewöhnlich, wenn deine Eltern überfordert waren, weil sie entweder zu jung waren, als sie dich bekommen haben, oder viel arbeiten mussten. Du hattest dabei das Gefühl, dass man dich alleine gelassen hat. Als Schlussfolgerung bist du es gewohnt, dass du für dich selbst sorgen musst. Du hast sogar das Gefühl, dass alles nur dann nach Plan läuft, wenn du dich selbst um alles kümmerst, und hast große Schwierigkeiten, anderen Menschen zu vertrauen.

Das hat aber nicht nur Nachteile. Wenn du schon als Kind gelernt hast, alleine für dich zu sorgen, bist du wahrscheinlich sehr selbstständig und vielleicht sogar sehr erfolgreich. Ich kenne viele Frauen, die Großartiges geleistet haben: Sie haben ihr eigenes Haus gebaut, Unternehmen gegründet, Kinder alleine großgezogen usw.

Das typische Beziehungsmuster: Ein Partner mit Bindungsangst

Aber was bedeutet das für deine Beziehungen? Als Erwachsene suchen wir uns unterbewusst Beziehungsmuster, die sich gewohnt anfühlen. So fühlt sich unser inneres Kind zuhause und wohl. Es ist ja genau das, was es kennt. Und Gewohntes bedeutet schließlich auch Sicherheit. 

“Als Erwachsene suchen wir uns unterbewusst Beziehungsmuster, die sich gewohnt anfühlen. So fühlt sich unser inneres Kind zuhause und wohl.”

Aus diesem Grund suchen sich Frauen, die als Kind oft alleine gelassen wurden, auch einen Partner, der sie oft alleine lassen wird. Emotionale Nähe und liebevolle Fürsorge empfinden sie als einengend. Sie haben das Gefühl, dass man ihnen die Freiheit oder sogar die Luft zum Atmen nimmt. Deshalb suchen sie sich unterbewusst oft einen Partner mit Bindungsangst, der sich emotional gar nicht erst auf sie einlassen kann (oder möchte).

2. Kritik und Verurteilung

Wurdest du als Kind oft von deinen Eltern kritisiert? Kommen dir Sprüche wie “Du machst das falsch!”, “Schau mal, wie die anderen das machen!” oder “So wirst du es nie zu was bringen.” bekannt vor? Das ist meiner Meinung nach im deutschsprachigen Raum recht üblich. Die Eltern wollen ja schließlich, dass die Kinder in unserer Leistungsgesellschaft erfolgreich werden, und haben eigentlich eine gute Absicht.

Wozu das Ganze allerdings führt ist, dass du dich so sehr an Kritik gewöhnt hast, dass du selbst deinen eigenen Kritiker entwickelt hast, um dich zu motivieren. Ständige Kritik ist normal für dich. Und selbstverständlich suchst du dir dann auch unterbewusst einen Partner, der dich ständig kritisiert. Schließlich wollen wir ja eine Situation, die sich bekannt und wie zuhause anfühlt. Und das ist bei dir nunmal Kritik. 

“Ständige Kritik ist normal für dich. Und selbstverständlich suchst du dir dann auch unterbewusst einen Partner, der dich ständig kritisiert.”

Menschen, die positiv sind und dich loben, kommen dir unehrlich vor und du kannst auch Komplimente schlecht annehmen. Du findest es sogar befremdlich, wenn jemand einfach so etwas Nettes zu dir sagt. Das kennst du so gar nicht von zuhause und es verwirrt dich. Statt ein schönes Kompliment einfach dankend anzunehmen, wertest du es gleich ab.

Der Vorteil bei diesem verinnerlichten Muster aus der Kindheit ist, dass du hart im Nehmen und eine toughe Persönlichkeit bist. Du bist leistungsstark und belastbar. In der Arbeitswelt ist das mit Sicherheit von Vorteil. Wenn du dieses Verhalten aber mit in deine Beziehung nimmst, können schnell Probleme entstehen.

3. Vereinnahmung und Übermutterung

Wir haben schon gelernt, dass zu wenig Aufmerksamkeit schädlich sein kann. Zu viel Aufmerksamkeit ist allerdings auch nicht gut. Wenn du so sehr mit Fürsorge überhäuft wurdest, dass du nichts alleine machen durftest, ist das nicht gesund. Eltern, die sich so verhalten, wollen ihr Kind vor Gefahren schützen und wollen sicherstellen, dass ihm nichts passiert. Sie isolieren es dadurch aber quasi von der Außenwelt. Dabei entscheiden sie sich leider für die falsche Taktik. Man schützt einen Menschen am besten vor der gefährlichen Außenwelt, indem man den Menschen damit konfrontiert und somit stärker macht. 

Und genau das wurde in der Erziehung von Muttersöhnchen (dieses Verhalten wird vor allem von Müttern bei Söhnen angewandt) verpasst. Diese Kinder haben das Gefühl, dass sie nicht selbst auf sich aufpassen können und ständig jemanden brauchen, der sie beschützt. Es fällt ihnen schwer, eigene Entscheidungen zu treffen. Schließlich hat während ihrer ganzen Kindheit jemand anders für sie entschieden.

Das typische Beziehungsmuster: Ein klammernder Partner

Frauen, die so erzogen worden sind, suchen sich unterbewusst oft einen Partner, der sehr klammert und kontrollierend ist. Das verbinden sie nämlich mit Liebe. Ein Partner, der ihnen Freiraum gibt oder – und das ist für sie sogar noch schlimmer – sich selbst Freiraum nimmt, fühlt sich zu distanziert an. Sie fühlen sich so verlassen und nicht geliebt.

Für Männer, die als Kind vereinnahmt worden sind, ist es übrigens sehr schwer, in ihre authentische Männlichkeit zu finden. Sie sind oft schwach und weich und werden von selbstbewussten Frauen deswegen nicht als attraktiv empfunden. 

4. Körperliche oder seelische Verletzungen

Wenn du als Kind körperlich oder emotional misshandelt wurdest, hat das auf jeden Fall tiefe Wunden hinterlassen. Man hat mittlerweile sogar festgestellt, dass emotionale Verletzungen noch schlimmer als körperliche sein können. Das Gehirn vergisst den körperlichen Schmerz irgendwann. Den emotionalen speichert es allerdings.

Falls dir so etwas passiert sein sollte, weißt du ganz genau: Worte können verdammt weh tun. Wenn deine Eltern dich ständig beschimpft oder abgewertet haben, trägst du wahrscheinlich noch immer einen tiefen Schmerz in dir. Und wahrscheinlich hast du dir auch schon unterbewusst Partner gesucht, die dich auch verletzt haben. Das tut mir im Herzen weh, aber auch du kannst das innere Kind heilen.

“Deine Eltern sind als Kinder wahrscheinlich auch schlecht behandelt worden. Sie haben dann einfach nur das wiederholt, was ihr Unterbewusstsein kannte.”

Ich möchte hier niemanden in Schutz nehmen. Wir wissen alle, dass man Kinder nicht schlagen oder beschimpfen darf. Aber damit du deinen Eltern leichter vergeben kannst, hilft es dir vielleicht, wenn du dir vor Augen führst, dass sie selbst als Kinder wahrscheinlich auch schlecht behandelt worden sind. Sie haben dann einfach nur das wiederholt, was ihr Unterbewusstsein kannte. Leider haben sie nicht an ihrem Autopiloten gearbeitet, um diese Kette zu unterbrechen. Aber wahrscheinlich hatten sie dazu auch nicht die Möglichkeit. Ich denke immer wieder, dass wir wirklich die erste Generation sind, die diese Kette des Leids wirklich unterbrechen kann, weil wir eben die Möglichkeit haben, uns mit Persönlichkeitsentwicklung zu befassen.

5. Instrumentalisierung

Hattest du als Kind oft das Gefühl, dass du die ungelebten Träume deiner Eltern leben musstest? Oder dass man bestimmte Erwartungen an dich gestellt hat, die du nicht enttäuschen wolltest? Wurdest du nur dann gelobt, wenn du dich genauso verhalten hast, wie deine Eltern es gern hätten? Ähnlich wie bei den besonders kritischen Eltern steckt auch hinter diesem Verhalten eine gute Absicht. Deine Eltern wollten dir wahrscheinlich nur eine gute Zukunft ermöglichen. 

Die Schlussfolgerung ist allerdings, dass du es gewohnt bist, dich selbst zu verleugnen und deine wirklichen Interessen und Bedürfnisse schon lange verraten hast. Du verhältst dich so, wie dein Umfeld es von dir verlangt. Ich erlebe das immer wieder im Coaching. Viele Frauen wissen selbst überhaupt nicht, was sie wollen. Sie haben ihre Authentizität vollkommen verloren.

Das typische Beziehungsmuster: Eine oberflächliche Beziehung mit einem unauthentischen Partner

Diese Frauen sind perfekt an die gesellschaftlichen Normen angepasst und erwarten von ihrem Partner, dass er das auch ist. Sie leben so allerdings in einer Scheinwelt, in der niemand wirklich ehrlich und authentisch ist. Falls sie dennoch mal auf einen Partner treffen, der authentisch ist und direkt ausspricht, was er will, kommt er ihnen sehr unhöflich vor und sie haben den Eindruck, dass er zu viel fordert.

Konntest du dich in einem der fünf Punkte wiederfinden? Oder vielleicht sogar in mehreren? Das ist schon ein guter Anfang. Wenn du das zugrundeliegende Muster erkannt hast und dir dessen bewusst bist, kannst du es in deinem Alltag beobachten und dich bewusst dazu entscheiden, dich anders zu verhalten.

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